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Archetypen - Ordnungskräfte der Psyche

Woran orientieren wir uns beim Innenweltsurfen®?

Und welche Kräfte steuern die Selbstorganisationsprozesse, die wir in der Psyche anstoßen?

 

Warum kann es nicht passieren, daß so ein Selbstorganisationsprozeß negativ verläuft und zu einer Verschlechterung führt?

 

Carl Gustav Jung beschrieb Archetypen als Grundstrukturen im kollektiven Unbewußten der Menschen, welche menschlichen Grunderfahrungen entsprechen.
Dazu gehören zum Beispiel Geburt und Tod, Kindheit, männlich und weiblich.

Diese Archetypen finden sich weltweit in den Mythen und Märchen aller Kulturen wieder und tauchen auch in den Träumen von Menschen auf. Ein Archetyp kann dabei viele Formen annehmen, bleibt aber doch von Kultur zu Kultur wiedererkennbar, so z.B. der Archetyp der „weisen alten Frau“, die als Percht, Frau Holle oder Baba Yaga Gestalt annehmen kann.

 

Archetypen sind in der Psyche jedes Menschen vorhandene lebendige und gestaltgebende Kräfte:
Wächst ein Mädchen zur Frau heran, so wird in ihr der Archetyp „Frau“ lebendig. Wurden ihr von ihrer Mutter und ihren Großmüttern positive, lebensbejahende Prägungen in Bezug auf Frau-sein mitgegeben, so kann diese Kraft in ihr mühelos zur Entfaltung kommen. Hat sie jedoch was Weiblichkeit angeht eher einschränkende Prägungen mitbekommen, wird sie Schwierigkeiten haben, ihre Weiblichkeit anzunehmen und zu entfalten. Wir würden sagen, daß der Archetyp „Frau“ in ihr, also ihre Innere Frau, beschädigt ist.

 

Wir können an den Bildern der Innenwelt deutlich ablesen, in welchen Bereichen jemand durch Prägungen gehemmt wird: Wenn eine Frau ihre Innere Frau aufruft, kann diese z.B. lebendig, fröhlich und tanzend daherkommen oder gebückt, traurig und verwahrlost. Die Innere Frau ist der bildliche Ausdruck der Weiblichkeit in der Psyche eines Menschen. Wenn wir sie fragen, was dazu geführt hat, daß sie so ist wie sie ist, führt sie uns zu den prägenden Ereignissen unseres Lebens in Bezug auf Weiblichkeit und auch zu den dazugehörigen Ereignissen im Familienfeld, z.B. der Vergewaltigung einer Urgroßmutter im Krieg.

Daran wird deutlich, daß die Archetypen in unserer Innenwelt nicht „einfach nur Bilder“ sind, sondern bildlicher Ausdruck unserer Lebenskräfte.
Beim Innenweltsurfen® befreien wir sie von einschränkenden Prägungen, sodaß sie sich voll entfalten können.

 

Bei der Entwicklung der Psychobionik machte Bernd Joschko zwei erstaunliche Entdeckungen:

 

Zunächst entdeckte er, daß die Archetypen in der Psyche von Menschen immer deutlicher zum Vorschein kommen, je mehr man negative Prägungen durch Innenweltsurfen® ausräumt.
Selbst bei Menschen, die nie zuvor von Archetypen gehört haben, tauchen bei der Aufarbeitung ungünstiger Prägungen spontan archetypische Bilder auf wie wir sie aus Märchen kennen.

Beispiel: Zerstört ein Mensch in seiner Psyche die Bilder seiner Mutter, die kalt, streng und unnahbar war, so entstehen durch Selbstorganisation neue Bilder in ihm, von einer Mutter, die mehr dem Archetyp „Mutter“ entspricht, also mehr liebevoll, zugewandt und „mütterlich“ ist. Diese Qualitäten wird der betreffende Mensch auch spürbar erleben, auch wenn sie ihm zunächst fremd scheinen mögen. Das zeigt, daß die positiven Qualitäten der Archetypen in uns allen von Natur aus angelegt sind. Sie können durch negative Prägungen überlagert und für uns unzugänglich gemacht werden – bis wir sie uns wieder erschließen. Sie können aber niemals vollständig in uns ausgelöscht werden.
Geben wir beim Innenweltsurfen® unserer Psyche die Möglichkeit, sich neu zu organisieren, tendiert sie immer in Richtung lebendiger archetypischer Kräfte, denn durch das Ausräumen negativer Prägungen setzen wir unsere Lebenskräfte frei – und das sind die allen Menschen gemeinsamen Archetypischen Kräfte, die von Geburt an in uns angelegt waren und die im System Psyche als Attraktoren wirken. (Als Attraktoren bezeichnet man in der Systemforschung ordnende Kräfte innerhalb eines Systems.)

 

Zweitens entdeckte Bernd Joschko, daß ein Archetyp, wenn er erst einmal von negativen Prägungen befreit ist, nicht mehr zerstört werden kann.
Wir zerstören ja beim Innenweltsurfen® die Bilder negativer Prägungen, um die Psyche zur Selbstorganisation anzuregen. Dabei entstehen jeweils neue Bilder, die näher am optimalen Zustand der Archetypen sind. Haben sie den optimalen Zustand einmal erreicht, sind diese Bilder nicht mehr zerstörbar.

Beispiel: Hat ein Mensch sein Inneres Kind von Prägungen befreit, sodaß es fröhlich und lebendig sein kann, so ist dies nicht etwa nur eine schöne Vorstellung von einer glücklichen Kindheit… sondern bedeutet vielmehr, daß die Qualitäten, die ein Mensch unter optimalen Bedingungen während seiner Kindheit entwickeln würde (z.B. Vertrauen ins Leben, Lebensfreude, Neugierde), sich jetzt im Nachhinein in ihm entfalten können. Das Bild eines fröhlichen Inneren Kindes ist Ausdruck dieser inneren Kräfte.
Sind diese Kräfte einmal aktiviert, läßt das Bild, das sie ausdrückt (das Innere Kind) sich nicht mehr zerstören, und versucht man es dennoch, lacht es einen an und geht spielen… Ich ermutige manchmal Klienten, dieses Experiment zu machen: auf ihr Inneres Kind einzuschlagen und mit allen Mitteln zu versuchen, es zu zerstören – damit sie erleben, daß es unmöglich ist. Ein lebendiges Inneres Kind bleibt lebendig, weil es Ausdruck einer lebendigen und unzerstörbaren Kraft ist.

 

Die wichtigsten Archetypen sind das Innere Kind, der / die Innere Pubertierende, der Innere Vater und die Innere Mutter, die Inneren Großeltern, der Innere Mann und die Innere Frau.
Diese Persönlichkeitsanteile sind allen Menschen gemeinsam, denn sie entsprechen den zentralen Einflußfaktoren bei der Entwicklung eines Menschen. Durch unsere Erlebnisse und unser familiäres Umfeld werden sie geprägt und dabei entweder als positive Kräfte aktiviert oder durch hemmende Muster überlagert. Prägende Erlebnisse, Traumata, Störungen des Familienfeldes lassen sich an ihnen deutlich ablesen. In ihrem optimalen Zustand korrespondieren sie mit Lebendigkeit, Gesundheit, Handlungs- und Lebenskompetenz, Beziehungs- und Konfliktfähigkeit. Sie sind die zentralen Themenfelder, die zu bearbeiten sind, um eine optimale Struktur in der Gesamtheit der Psyche zu erzeugen.

 

So bekannte kulturell geprägte Archetypische Bilder wie König und Königin, Prinz und Prinzessin, weise Frau oder weiser Mann, sowie Held / Heldin, sind uns ebenfalls zugänglich. Sie korrespondieren mit allen Menschen innewohnenden inneren Kräften, die für ihn als Moderator seiner Psyche einsetzbar sind. Es handelt sich dabei nicht um Vorstellungsbilder, sondern um real in der Psyche eines jeden Menschen vorhandene, wirksame und erfahrbare Kräfte, die in der menschlichen Psyche evolutionär entstanden sind.

 

Die Arbeitsebene des Innenweltsurfens sind die im menschlichen Gehirn gespeicherten und miteinander vernetzten Informationen (sogenannte „neuronale Matrix“), die in Form von Erinnerungs- und Symbolbildern aufgerufen werden. Beim Innenweltsurfen werden diese assoziativ miteinander verknüpften Informationen in ihrer jeweils besonderen Qualität als innere Bilder erlebt und erfahren und die Verknüpfungen zwischen ihnen (das Muster) sichtbar gemacht. Sodann werden Selbstorganisationsprozesse in der Psyche / im Gehirn ausgelöst, wodurch ungünstige Strukturen (Prägungsmuster) sich zu höherwertigen Informationsmustern weiterentwickeln, welche sich wiederum in höherwertigen Bildern ausdrücken. Nach und nach kann so eine Umstrukturierung der Psyche stattfinden, eine Annäherung an einen Zustand, in dem keine beeinträchtigenden Prägungen und Muster mehr vorkommen.


In einem solchen Zustand sind alle ursprünglich im Menschen angelegten Kräfte aktiviert und stehen dem Menschen in vollem Umfang zur Verfügung.

Letztendliches Ziel von Psychobionik-Sessions ist also immer die Auflösung hinderlicher Prägungen und Muster und damit einhergehend die Befreiung der Lebenskräfte des Menschen, was sich am Zustand der  wichtigsten Urbilder ablesen läßt.

 

Diesen Zustand von vollständig aktivierten archetypischen Kräften bezeichnet Bernd Joschko als „neuronale Freiheit“:
„Neuronale Freiheit nach den Kriterien der Innenweltparameter ist dann erzielt, wenn die zentralen, vormals persönlich überprägten Faktoren von Familie, Familienenergiefeld, sowie weiblicher und männlicher Linie bis zu vier Generationen zurück die optimierte Qualität der evolutionär gereiften und kollektiv wirkenden Urbilder angenommen haben.

Der Zustand neuronaler Freiheit ist gekennzeichnet durch die Abwesenheit von dauerhaften Störungen und Blockaden in der Innenwelt, die eine beeinträchtigende Auswirkung auf das Leben und die Lebenszusammenhänge des Menschen haben. Es herrscht ein Zustand von hoher Stabilität, von Störungsunempfindlichkeit und dauerhaftem Gleichgewicht bei gleichzeitiger Dynamik des „Systems Mensch“, was sich in innerer Harmonie und Zentriertheit sowie der Fähigkeit, den Augenblick in völliger Präsenz und klarer Bewußtheit zu leben, ausdrückt. Es ist ein sehr gesunder Zustand mit einer wesentlichen Erhöhung der Abwehrkräfte und einer enormen Stärkung der Selbstheilungskräfte. Jeder Schritt in diese Richtung ist ein Schritt zu mehr Gesundheit und Lebenskompetenz. Aufgrund der Wechselwirkung und gegenseitigen Interdependenz von Körper, Psyche, Geist und Seele (im Sinne von Bewußtsein) zeigt sich neuronale Freiheit in allen diesen Ausdrucksfeldern des Menschen.

Der psychobionische Optimierungsprozeß ist demzufolge nichts anderes als ein Prozeß des inneren Wachstums und der inneren Reifung, der sich am Ziel neuronaler Freiheit orientiert. Bewußtseinsreifung kann niemals von außen herangetragen werden, sondern kann sich nur in fortgesetzter Eigenleistung durch Überwindung innerer und nachfolgend äußerer Beschränkungen entfalten.“ (Zitat von Bernd Joschko)

 

Der Innenweltsurfer verkörpert den Archetyp des Helden:
Der Mensch selbst, der diese innere Arbeit unternimmt, verkörpert damit den Archetyp des Helden, der die bewußten und unbewußten Kräfte seiner Psyche erforscht und integriert. Diese sogenannte „Heldenreise“ ist ein Topos, der sich weltweit in den Mythologien verschiedenster Kulturen wiederfindet und der beispielsweise von Joseph Campbell ausführlich erforscht und besonders in seinem Werk „Der Heros in tausend Gestalten“ beschrieben wurde. Geschildert wird jeweils die Entwicklung eines Einzelnen, der aufbricht, um eine gestörte Ordnung wiederherzustellen oder ein verlorengegangenes Gut wiederzubeschaffen, und der unterwegs durch die verschiedenartigsten Abenteuer wächst und so zum „Helden“ oder zur „Heldin“ wird. Diese Erzählungen, die sich kulturübergreifend von ihrer Grundstruktur her sehr stark ähneln (sogenannte Quest-Struktur), können als symbolische Darstellung eines inneren Bewußtseins- und Reifungsprozesses gesehen werden: Als Reise des Helden durch seine Innenwelt, Begegnung mit seinen inneren Kräften oder Bewußtseinsanteilen, Konfrontation mit den „Ungeheuern“ des Unterbewußtseins (den Schattenanteilen) und Integration derselben durch Auseinandersetzung mit ihnen (der archetypische „Kampf mit dem Drachen“). Der Klient
wird angeleitet, diese innere Auseinandersetzung so zu führen, daß eine Integration und Neustrukturierung seiner inneren Realität (seiner Psyche) stattfinden kann.

 

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© Astrid Gugel