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Entwicklung der Psychobionik

Die Psychobionik ist eine Naturwissenschaft, die zum Gebiet der Systemwissenschaften gehört.


Die Systemwissenschaften allgemein untersuchen das Verhalten komplexer Systeme und die Gemeinsamkeiten zwischen komplexen Systemen unterschiedlicher Art.

 

Begründet und entwickelt wurde die Psychobionik ab 1988 von Physik-Ingenieur Bernd Joschko.

 

Seine Grundidee war, in der Psyche bzw. im Gehirn sich negativ auswirkende abgespeicherte Gedächtnisbilder zu verändern, um die Handlungs- und Lebenskompetenz zu stärken, um zukünftige Erlebnisse besser meistern zu können.
Dazu hatte er die Idee, Selbsterfahrungstechniken wie das Encounter von der Außenwelt ins Innere des Menschen zu verlegen: Anstatt wie beim Encounter und anderen Selbsterfahrungstechniken die eigenen Themen auf andere Menschen zu projizieren und in der Begegnung mit anderen diese Themen zu erforschen, sollte der Mensch die Augen schließen, auf seine innere Leinwand projizieren und somit seinen Themen in sich selbst begegnen. Indem er seinen inneren Bildern begegnet, sollte er sich auf einer tieferen Ebene mit sich selbst konfrontieren. Damit ist der Mensch bei der Erkundung seiner Themen frei von den Projektionen der anderen: Die Reaktion der inneren Bilder ist in jedem Fall ein Teil der eigenen Psyche, d.h. „der Andere“ als Bild in mir ist ein Teil meiner selbst.

 

Bernd Joschko arbeitete anfangs experimentell und frei surfend mit Menschen und gewann dabei Erkenntnisse über die Beschaffenheit und Funktionsweise der Psyche. Insbesondere bemerkte er, daß die Innenwelten von gesunden und von kranken Menschen sich grundlegend unterschieden: Während gesunde Menschen tendenziell eher helle, lebendige, freudvolle innere Bilder hatten, hatten kranke Menschen eher dunkle, erstarrte, bedrückende Bilder. Auch fanden sich bei kranken Menschen, sobald man auf die Prägungsebene ging, deutlich mehr Traumata und Konflikte, gepaart mit einer Unfähigkeit, mit diesen sinnvoll umzugehen.


Bernd Joschko interessierte sich dafür, ob es möglich sei, durch Aufarbeitung der in der Psyche vorhandenen Prägungen und Konflikte eine innere Bilderwelt zu erzeugen, die einem gesunden Zustand entsprechen würde. Er experimentierte jahrelang mit gesunden und kranken Menschen, testete verschiedene Techniken des Umgangs mit inneren Bildern auf ihre Nachhaltigkeit und entwickelte so nach und nach die Technik des Innenweltsurfens® wie wir sie heute kennen.
Dabei flossen in seine Arbeit verschiedene Erkenntnisse der Bionik, Systemforschung und Rasterfahndung ein, die er in seiner Arbeit als Physik-Ingenieur kennengelernt hatte.

 

Im Anfangsstadium der Entwicklung der Synergetik-Therapie lag der Schwerpunkt der Methode auf innerer Selbsterfahrung, Stärkung der Ich-Struktur durch innere Auseinandersetzung mit Erlebnissen und Konflikten, sowie Stärkung der Handlungs-, Lebens- und Konfliktkompetenz. Der Klient wurde typischerweise angeleitet, in von ihm erlebte und in seiner Psyche abgespeicherte Situationen erneut hineinzugehen, um dort neu zu handeln.

Bei der Erforschung der Innenwelt / Psyche von gesunden und kranken Menschen kristallisierte sich heraus, daß jedem Symptom ein Muster aus 5 bis 8 miteinander vernetzten Faktoren zugrundeliegt. Die Grundidee des Profilings, die Musteraufdeckung, wurde 2001 in die Synergetik-Therapie übernommen, und es entstand das Synergetik-Profiling, die präzise Hintergrundaufdeckung bei Krankheiten, Beziehungsmustern etc., worauf der Beruf des Synergetik-Profilers basiert.
Generell wurde zunehmend Wert gelegt auf die Aufdeckung von Mustern, da sich zeigte, daß bei allen Lebensthemen nicht nur persönliche Erlebnisse eine Rolle spielen, sondern diese immer vernetzt sind mit Faktoren aus dem Familienfeld: Diese Vernetzung ist es, die bearbeitet werden muß, wenn das Muster nachhaltig aufgelöst werden soll.

 

Basierend auf allen vorangegangenen Erfahrungen mit der Erforschung und Veränderung der Muster in der Innenwelt / Psyche von Menschen, definierte Bernd Joschko von Januar 2011 bis Dez. 2013 die Psychobionik auf dem jetzigen Stand als Psychobionik 3.0.

 

Diese integriert alle vorherigen Entwicklungsstufen des Innenweltsurfens®:
Weiterhin werden die Ich-Struktur, sowie die Handlungs-, Konflikt- und Lebenskompetenz des Menschen gestärkt. Jedoch wird er darüberhinaus angeleitet, als Moderator in seiner Psyche tätig zu werden und eigenständig alle Anteile miteinander rückzukoppeln. Die Identifikation mit einzelnen Anteilen wird dadurch stark reduziert, und der Klient erlebt sich deutlicher als der Gestalter seiner inneren Realität und versteht wesentlich tiefgehender seine komplexen Lebenszusammenhänge.
Reine Profilings werden schwerpunktmäßig nur noch im Krankheitsfall durchgeführt. Die Musteraufdeckung (Profiling) ist ansonsten in den normalen Sessionverlauf integriert. Damit wird eine nachhaltige Veränderung der psychischen Strukturen sichergestellt, welche nur bei einer Arbeit in Mustern stattfinden kann.


Eine weitere bedeutende Neuerung gegenüber der Synergetik-Therapie ist die Konzentrierung auf die Optimierung der Urbilder, welche sich als die zentralen gestaltenden Kräfte der Psyche und Selbstheilungskräfte herauskristallisiert haben. Durch die Konzentrierung auf diese zentralen ordnenden Kräfte, ist die Struktur der Aufdeckungsarbeit präziser geworden.

 

Die innere Selbsterfahrung vom Beginn der Synergetik-Therapie (1988) ist somit bereichert worden durch die Arbeit in Mustern (Profiling), das Einbeziehen des Familienfeldes, die Orientierung an den zentralen Kräften, sowie die Anleitung des Klienten zum Moderieren seiner eigenen Psyche.

 

Da im Verlauf dieser Entwicklung, insbesondere durch die Arbeit mit kranken Menschen, deutlich wurde, daß es nicht möglich ist, einen Menschen von außen zu heilen, sondern Heilung stets eine Eigenleistung des Betreffenden sein muß, wird die Psychobionik als Unterricht und im Falle der Hintergrundaufarbeitung von Krankheiten als „Unterricht in Selbstheilung“ definiert. Psychobioniker berufen sich bei der Anleitung ihrer Klienten auf Artikel 5 GG (Freiheit von Forschung und Lehre): Sie lernen Innenweltsurfen®, um dann andere Menschen darin zu unterrichten.

 

Grundlagen:

Der Begriff „Bionik“ (zusammengesetzt aus „Biologie“ und „Technik“) existiert seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Das Prinzip der Bionik, Naturphänomene als Grundlage für technische Entwicklungen zu nutzen, ist allerdings mindestens seit dem 16. Jahrhundert bekannt, als Leonardo da Vinci die Konstruktion seiner „Flugmaschinen“ am Aufbau von Vogelkörpern ausrichtete.
Die Bionik als Naturwissenschaft erforscht Strukturen und Verfahren aus der Natur und sucht nach Wegen, diese in für den Menschen nutzbare Technik umzusetzen. Der Grundgedanke dabei ist, daß in der Natur durch Evolutionsprozesse z.B. Tier- und Pflanzenarten entstanden sind, die durch die Entwicklung sehr differenzierter Eigenschaften optimal an die unterschiedlichsten Bedingungen angepaßt sind. Aus diesen optimierten Eigenschaften von Lebewesen versuchen Bioniker abzuleiten, wie technische Produkte ähnlich optimiert werden können.
Bekannte Beispiele sind der Lotosblatteffekt (der Selbstreinigungseffekt von Lotosblättern, der bei der Optimierung von Oberflächen oder Farben nachgeahmt wird), der Klettverschluß, sowie die Optimierung des Strömungsverhaltens von Booten, Autos und Flugzeugen in Anlehnung an Eigenschaften bestimmter Fische oder Vögel.

 

Die Evolutionsbionik
wendet Evolutionstrategien bei der Optimierung von Technik an. Evolutionsstrategien stehen in Konkurrenz zu klassischen zielorientierten Strategien, die bei komplexen Problemstellungen häufig scheitern. Die experimentelle Versuchs-Irrtums-Strategie (analog zu Mutation und Selektion in der Natur) ist eine Alternative zu einer rechnerischen Simulierung und kann insbesondere bei komplexen Systemen und Verfahren sinnvoll eingesetzt werden. Dabei werden zufällige Änderungen durchgeführt und diese auf ihre Effizienz überprüft: Haben sie eine Verbesserung zur Folge, so werden sie als Basis für weitere Änderungen genommen. Führen sie zu einer Verschlechterung, so werden sie verworfen (rückgängig gemacht).
Einer der ersten Evolutionsbioniker war Ingo Rechenberg, seit 1972 Professor für Bionik und Evolutionstechnik an der TU Berlin. Das evolutionsbionische Optimierungsverfahren wurde zuerst 1968 von Hans-Paul Schwefel (aus der Arbeitsgruppe von Ingo Rechenberg) eingesetzt, um eine Zweiphasen-Überschalldüse zu entwickeln:
Als Ausgangszustand nahm er eine konventionell geformte Venturidüse, unterteilte sie in verschiedene Sektoren und kombinierte sie in 45 Schritten jeweils per Zufall neu. Zufällige Änderungen, analog den Mutationen und Neuzusammenstellungen, führten zu Formen, die auf Effizienz getestet wurden. Was sich bewährte, wurde als Basis für weitere Änderungen genommen, alles andere wurde verworfen (Selektion). Das optimale Ergebnis stellte sich nach 45 Schritten ein. Der Wirkungsgrad stieg um 40%.  Der so ermittelte Querschnittsverlauf hätte mit den damaligen Mitteln nicht berechnet werden können.

Dasselbe Prinzip wandte Bernd Joschko 1975 in seiner Ingenieurarbeit für Physikalische Technik an, bei der er als eine Teilaufgabe eine Düse für Druckluftdurchsatz zu optimieren hatte.
Ohne von den Forschungen von Rechenberg und Schwefel zu wissen, entwickelte er eine ähnliche Versuchsanordnung, bei der die Düse aus 100 Plexiglasscheibchen hergestellt wurde. Diese Scheibchen wurden dann willkürlich gezogen und an eine andere Stelle gesteckt. Ergab sich eine Verbesserung, wurde die Änderung beibehalten, verschlechterte sich der Durchsatz, wurde der Vorgang rückgängig gemacht. Nach 150 Schritten war die optimale Form gefunden. Es ergab sich ein um 300% verbesserter Durchsatz des sekundären Energieflusses. Die mathematischen Berechnungen wurden nachträglich ebenfalls durchgeführt.

 

Evolutionsbionik als Grundlage der Psychobionik
Dieses evolutionsbionische Verfahren zur Verbesserung eines komplexen Systems übertrug Bernd Joschko auf die menschliche Psyche.
Das „Scheibchenziehen“ war von Anfang an Verfahrensgrundlage für die Aufdeckungs- und Veränderungsarbeit bei Innenweltreisen als Grundlage der Synergetik Therapie.
Der Mensch wird als komplexes System betrachtet und seine Innenwelt (= die inneren Bilder als Ausdruck der psychischen Informationsnetzwerke) als zentrale Arbeitsebene des Systems Mensch, da sie mit allen Aspekten des Menschen in Wechselwirkung steht.
Ganzheitlich betrachtet bilden alle Aspekte eines Menschen miteinander ein komplexes System (stehen also miteinander in Wechselwirkung) und drücken sich alle auch auf der Ebene der inneren Bilder aus, sodaß man über die Qualität und Anordnung der inneren Bilder Informationen über den gesamten Menschen und seine Lebenszusammenhänge erhält. Die Veränderung der psychischen Informationsnetzwerke (durch Bearbeitung der inneren Bilder) hat wiederum Rückwirkungen auf den gesamten Menschen und alle seine Teilaspekte.

 

„Scheibchenziehen“ in der Psyche: Bei den Innenweltreisen der Anfangszeit (ab 1988) wurden mehr oder weniger zufällig (entsprechend den Wünschen des Klienten und den Erfahrungen des Therapeuten) zu bearbeitende Themenbereiche ausgewählt und nach Bearbeitung die Verbesserung an den inneren Bildern bzw. an der Lebenswirklichkeit des Klienten überprüft.
Durch jahrelange Arbeit mit dieser Arbeitstechnik und Erfahrungen mit den Innenwelten vieler Hundert gesunder und kranker Menschen, kristallisierten sich nach und nach die zentralen Themenfelder heraus, die zu bearbeiten sind, um eine optimale Struktur in der Gesamtheit der Psyche zu erzeugen.


Diese sogenannten Urbilder (auch Archetypische Bilder) entsprechen den zentralen Einflußfaktoren im Leben eines Menschen und werden durch unsere Erlebnisse und unser familiäres Umfeld geprägt. Prägende Erlebnisse, Traumata, Störungen des Familienfeldes lassen sich an ihnen deutlich ablesen.
Sie korrespondieren in ihrem optimierten Zustand mit Lebendigkeit, Gesundheit, Handlungs- und Lebenskompetenz, Beziehungs- und Konfliktfähigkeit.

 

Das Profiling wurde aufgrund der Erkenntnis in die Synergetik Therapie eingeführt, daß in komplexen Systemen Informationen fraktal angeordnet sind und daher im Zusammenhang bearbeitet werden müssen, um Nachhaltigkeit zu erreichen. Durch das Auffinden der 5 bis 8 an einem spezifischen Thema / Symptom beteiligten Faktoren wurde ein strukturiertes „Scheibchenziehen“ möglich: Der Hintergrund eines spezifischen Lebensthemas konnte nun gezielt bearbeitet werden.

 

Evolution der Psychobionik
Dieses Optimierungsverfahren der Evolutionsbionik wurde vom Entwickler der Methode kontinuierlich auf die Methode selbst angewendet.
In der Experimentierphase der Methode wurden viele Techniken aus anderen Therapierichtungen in der Innenwelt erprobt und teils verworfen, teils beibehalten.

 

Als ungeeignet für eine nachhaltige Neustrukturierung der psychischen Strukturen wurden verworfen:

  • Verzeihensübungen
  • Farbe einlaufen lassen
  • „change of history“ (Vorstellung eines alternativen Verlaufs von Erlebnissen)
  • Arbeit mit positiven Vorstellungen
  • Arbeit mit Glaubenssätzen und Affirmationen
  • das Aktivieren (durch bloße Betrachtung) von Material aus vergangenen Leben in der Reinkarnationstherapie
  • das Wiedererleben und die Desensibilisierung von Traumata
  • Veränderungsarbeit auf der Symbolebene

Aus anderen Methoden (insbesondere Encounter) übernommen und beibehalten wurden:

  • Stärkung der Ich-Struktur
  • Hier- und Jetzt-Erlebnisebene
  • Ich-Botschaften
  • direkte Ansprache
  • Gefühlsäußerungen mit korrekter Adressierung
  • Ereignisse im Kontext bearbeiten
  • Aspekte aus dem Familienstellen, die sich als in der Innenwelt wirkungsvoll erwiesen haben

Zusätzlich neu eingeführt wurden:

  • die Arbeit mit Selbstorganisationsprozessen
  • das Profiling
  • die gezielte Optimierung der Archetypischen Kräfte
  • die Bearbeitung des Familienfeldes bis zurück in die 4. Generation als zwingende Voraussetzung für nachhaltige Veränderungsarbeit in der Psyche
  • der Einsatz des Klienten als Moderator seiner Innenwelt

 

Die Psychobionik heute
Die Psychobionik mit ihrer Arbeitstechnik Innenweltsurfen® ist bislang  kaum bekannt.
Aufgrund der sich seit 2002 über Jahre hinziehenden Gerichtsprozesse zur Abgrenzung der synergetischen und psychobionischen Berufe vom Heilpraktikergesetz, welche bis 2012 Kosten von 160.000 Euro verursacht hatten, war das Synergetik-Institut von Bernd Joschko im Jahr 2011 gerade noch überlebensfähig. Da von 2011 bis 2017 auch praktisch keine Werbung mehr gemacht wurde, ist die Psychobionik derzeit deutlich weniger bekannt als es ihr Vorläufer die Synergetik-Therapie war.

In dieser Phase konnten jedoch die letzten Gerichtsprozesse abgeschlossen werden, und der Berufsverband Psychobionik e.V. konnte eine klare Rechtsgrundlage für diejenigen Berufe erwirken, die mit der Technik des Innenweltsurfens® arbeiten: Die Arbeitstechnik wurde von höchsten Gerichten als "konfrontative Psychotherapie" und Heilmethode definiert, mit der die ausgebildeten Berufe ohne zusätzliche Qualifizierung (wie etwa den HP-Schein) arbeiten können bzw. mit HP-Schein auch das Gebiet der Heilkunde betreten dürfen. Diese Urteile beziehen sich auf die Arbeitstechnik auf dem Stand von 2004 (Synergetik-Therapie 6.0).


Da die Tätigkeit des Psychobionikers als Ausbildungstätigkeit und Coaching definiert ist (und nicht als Behandlung), fällt diese ohnehin nicht unter das HP-Gesetz.

 

Innenweltsurfen® wird von Psychobionikern unterrichtet und kann von jedem erlernt werden.

Psychobioniker werden vom Psychobionik-Institut ausgebildet.

 

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© Astrid Gugel